Weg von Arles

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Obwohl der Weg von Arles für den geübten Wanderer keine besonderen Schwierigkeiten macht, hat er einige Besonderheiten, die sich umso nachhaltiger bemerkbar machen können, als die Mehrzahl der infragekommenden Wanderführer darüber schweigt. Wenn man natürlich den Übergang über die Pyrenäen auch für besonders delikat hält (der letztlich gar nicht so schwierig ist, wie man befürchtet), so weisen einige Abschnitte in den Grands Causses, im Haut-Languedoc, dem südlichen Gers, am Fuß der Pyrenäen und im Tal des Rio Aragón Höhenunterschiede und Etappenlängen auf, auf die oftmals nicht ausreichend hingewiesen wird. Wer sich auf den Weg von Arles macht, ist daher gut beraten, das bei der Einteilung seiner Etappen zu berücksichtigen.

 


     Hilfe zur Etappenplanung.

Die vorgeschlagene Etappenplanung berücksichtigt gute und weniger gute Erfahrungen auf dem Weg von Arles. Sie strebt ein Gleichgewicht an zwischen dem, was ein mittelmäßig geübter vernünftiger Wanderer leisten kann (indem er die Entfernungen und das Relief berücksichtigt), der notwendigen Zeit für Besichtigungen der Städte und von Sehenswürdigkeiten sowie den Zwängen, die sich insbesondere im Hinblick auf die Unterkünfte ergeben (insoweit sei auf die Seite 'Nützliche Links' verwiesen mit den erforderlichen Informationen).

Eine Besichtigung der Großstädte - Montpellier, Toulouse, Pau – ist bei der Einteilung in Etappen nicht berücksichtigt. Jedermann sollte selbst beurteilen, ob die Passage dieser Städte eine Gelegenheit bietet, sie (wieder) zu entdecken, indem man sich einen Ruhetag auferlegt, oder ob das im Gegenteil der Wallfahrt schädlich ist oder 'den Rhythmus unterbricht'. Die folgende Einteilung in 36 Etappen kann gut auf 32 reduziert oder auch auf 40 erstreckt werden je nach Wandertempo und der für Besichtigungen benötigten Zeit. Man sollte wissen, dass mit wenigen Ausnahmen genügend – und sogar immer mehr – Unterkünfte zur Verfügung stehen, um 'seinen' Weg zu machen.

Man muss sich auch darüber klar werden, ob man sich den Weg in die großen Städte und wieder hinaus zumuten will, sie erweisen sich oft als unangenehm und mühsam. Dabei handelt es sich um den Weg nach und aus Montpellier (8 und 9 vermeidbare km) und der Weg aus Toulouse (laut Karte 12 vermeidbare km!). Der Weg nach Toulouse entlang des Canal du Midi bildet eine ganz angenehme Etappe. Dagegen berücksichtigt die Einteilung den Weg in und aus den mittelgroßen Städten wie Lodève, Castres und Auch über den Fernwanderweg GR. Pau stellt einen Sonderfall dar, weil der GR die Stadt nördlich und westlich umgeht.

Die Tabellen geben Hinweise zur Schwierigkeit der einzelnen Etappen, die sich aus den Entfernungen und aus den Höhenunterschieden ergeben: * leicht, ** mittel, *** fordernd. Sie berücksichtigen die mit der insgesamt gewanderten Strecke zunehmende Anforderung an Kraft, die jeder Weitwanderer sehr gut kennt. Die Tabellen geben auch die benötigte Wanderzeit an, basierend auf einer mittleren Wanderleistug von 4 km/h, sie wird je nach Schwierigkeit des Weges angepaßt. Die Schätzungen berücksichtigen nicht den Wetterfaktor. In Zeiten großer Hitze oder bei starkem Regen muß das im Einzelfall berücksichtigt werden.

a) von Arles nach Montpellier.

Mit Ausnahme der Besichtigung von Arles, der Basilika von de St-Gilles und der Passage einiger Weinbaugebiete sowie einiger weniger schöner Dörfer hat diese Etappe die Funktion, den Wandererlangsam in die Atmospäre des Chemin und in den Rhythmus des Weitwanderweges (GR) einzutauchen. Abgesehen davon hat der Wanderer mit vielen Kilometern Asphalt zu kämpfen, große Straßen- und Eisenbahnlinien zu kreuzen in der Nähe der Autobahn A9 und entlang großen industriellen und landwirtschaftlichen Komplexen usw zu wandern. Auf dieser Strecke sollte man seinen Gleichmut bewahren.

 
            
Etappe: Ausgangspunkt - Ankunft
Zeit
km
Zus.
 
1
*
Arles - Saint Gilles
5:15
21
21
Alternative: Durchquerung der Camargue (nur Asphalt!). Andere Alternative: am Canal du Petit-Rhône entlang.
2
**
Saint Gilles - Gallargues le Montueux
7:15
29
50
 
3
**
Gallargues le Montueux - Montpellier (Vendargues)
7:30
30
80
Rat: in Vendargues den Bus nehmen, um den Weg durch Montpellier zu vermeiden, ansonsten 8 km hinzufügen.

b) von Montpellier nach Lodève.

Beim Verlassen von Grabels kommt man auf eine mit Garrigue (dichtem Gestrüpp) bewachsene Ebene, die die ersten Ausläufer des Larzac bildet. St-Guilhem-le-Désert ist ein Juwel, wo man sehr gut Etappe machen kann. Ein weiterer Aufstieg beim Verlassen von St-Guilhem-le-Désert führt auf weitere trockene Hochflächen, die die Ebene des Languedoc beherrschen. Eine letzte kurze Etappe erlaubt den Besuch des Klosters St-Michel-de-Gramont und von Lodève.

 
            
Etappe: Ausgangspunkt - Ankunft
Zeit
km
Zus.
 
4
**
Montpellier (Grabels) - St Guilhem le Désert
7:45
30
110
Rat: die Straßenbahn und den Bus nehemen bis. Sonst 9 km Weg durch die Stadt hinzufügen.
5
***
St Guilhem le Désert - St Jean de la Blaquière
6:15
23
133
Etappe St Guilhem - Lodève aufteilen wegen ihrer Schwierigkeit!
6
*
St Jean de la Blaquière - Lodève
4:00
15
148
 

c) von Lodève nach La-Salvetat-sur-Agout.

Hinter Lodève kommt man zunehmend in das Haut-Languedoc. Wald löst die Garrigue ab. Die Landschaft und die Dörfer, durch die man kommt, sind großartig. Manchmal kommt aber auch der Gedanke, dass das Leben dort so rauh sein mag wie manche Teile des Wanderweges.

 
            
Etappe: Ausgangspunkt - Ankunft
Zeit
km
Zus.
 
7
**
Lodève - Lunas
7:00
27
175
 
8
***
Lunas - Saint Gervais sur Mare
8:00
29
204
Die erste von zwei schweren Etappen im Haut-Languedoc ...
9
***
Saint Gervais sur Mare - Murat sur Vèbre
7:15
26
230
... die zweite ...
10
*
Murat sur Vèbre - La Salvetat sur Agout
5:45
22
252
... und zum Schluss ein leichter Weg in der Nähe des Lac de Lauzas

d) von La-Salvetat-sur-Agout nach Castres.

Man folgt dem in der vorigen Etappe vorgegebenen Rhythmus. Sanft eingeschnittene Täler, Wälder und Seen bilden einen angenehmen Rahmen für die Wanderung. Die vorgeschlagene Einteilung in drei kurze Etappen zielt darauf ab, einen Nachmittag für ein bisschen Tourismus in Castres zu gewinnen. Dieser Abschnitt kann auf zwei Etappen von 26 und 30 km verkürzt werden mit einem Halt in Lasfaillades.

 
            
Etappe: Ausgangspunkt - Ankunft
Zeit
km
Zus.
 
11
*
La Salvetat sur Agout - Anglès
5:00
20
272
 
12
*
Anglès - Boissezon
5:00
20
292
 
13
*
Boissezon - Castres
5:45
16
308
 

e) von Castres nach Toulouse.

Hinter Castres kommt man auf eine große Ebene, die in das Gers führt. Die Etappeneinteilung wird beeinflusst durch die Qualität der Gîtes: die Abtei Sainte-Scholastique (man kann auch die 1 km davor gelegene Abtei En-Calcat wählen) und die Gîtes in Les Cassès (1 km vom GR weg) und im Moulin de Naurouze, welche beide den 'Haltes vers Compostelle' angehören. Es wird vorgeschlagen, ab Naurouze den GR zu verlassen, um dem Canal du Midi entlang bis ins Herz von Toulouse zu folgen und auf diese Weise den Weg durch die städtische Bebauung weitgehend zu vermeiden: ein langer schattiger Spazierweg, begleitet vom Rhythmus einiger Kreuzfahrtboote.

 
            
Etappe: Ausgangspunkt - Ankunft
Zeit
km
Zus.
 
14
*
Castres - Abbaye Sainte Scholastique
5:15
21
329
 
15
**
Abbaye Sainte Scholastique - Les Cassès
7:45
31
360
von Revel nach Naurouze entlang der 'Rigole', die den Canal du Midi speist
16
*
Les Cassès - Moulin de Naurouze
5:15
21
381
 
17
*
Moulin de Naurouze - Baziège (par le canal du Midi)
7:45
31
412
Altenative: nicht über den GR. Sonst 4 km mehr
18
*
Baziège - Toulouse (par le canal du Midi)
7:45
31
443
Alternative: nicht über den GR. Sonst 1 km mehr und vor allem durch die ganze Bebauung von Toulouse!

f) von Toulouse nach Auch.

Von Pibrac (nach dem Verlassen von Toulouse mit dem Zug) bis L’Isle-Jourdain herrschen die Ebene und der Wald vor. Danach wird es zunehmend hügeliger. Der Chemin überquert eine Hügelkette nach dem anderen inmitten von Feldern und Wäldern. Das Gelände stellt zunehmende Anforderungen, aber die Schönheit der Landschaft und der Dörfer sind Lohn für die Anstrengungen.

 
            
Etappe: Ausgangspunkt - Ankunft
Zeit
km
Zus.
 
19
**
Toulouse (Pibrac) - L'Isle Jourdain
7:15
29
472
Rat: den Zug bis Pibrac nehmen, sonst 12 km mehr (Bebauung, Flughafen, Airbus - Werk)
20
**
L'Isle Jourdain - L'isle Arné
5:00
30
504
 
21
*
L'Isle Arné - Auch
5:45
23
527
Kurze Etappe, die Zeit zur Besichtigung von Auch lässt

g) von Auch nach Morlaas.

In diesem Abschnitt kommt man durch wellige Felder und Wälder. Man durchquert im Gers sehr schöne Dörfer: Barran, Montesquiou, St Christaud, das Bastidenstädtchen Marciac und das Dorf Auriébat). Hinter Maubourguet, führt der Chemin über ein Hügelland, bevor er hinunter in die Ebene von Pau führt.

 
            
Etappe: Ausgangspunkt - Ankunft
Zeit
km
Zus.
 
22
***
Auch- Montesquiou
8:30
32
559
 
23
*
Montesquiou - Marciac
6:00
23
582
 
24
*
Marciac - Maubourguet
4:30
18
600
Variante: Halt in Lahitte-Toupière 3 km weiter
25
*
Maubourguet - Anoye
5:45
22
622
 
26
*
Anoye - Morlaas
4:15
17
639
Kurze Etappe, welche Zeit lässt für die Besichtigung der Kirche Sainte-Foy de Morlaas

h) von Morlaas zum Somportpass.

Mit den Pyrenäen kommt die Stunde der Entscheidung. Zwischen Morlaas und Oloron-Sainte-Marie kann man Halt in Lescar machen, eine kurze Etappe, die es erlaubt, die Reichtümer dieser alten Hauptstadt des Béarn zu bewundern. Man kann auch weitergehen bis Lacommande (Gîte mit schwacher Kapazität!), was die beiden Etappen ausgewogener macht, nicht so sehr im Hinblick auf die Entfernung als im Hinblick auf die Schwierigkeit. Hinter Oloron stellt sich die Frage nach zwei oder drei Etappen bis zum Somport. Das wird jeder entsprechend seiner Kondition und seiner Wahrnehmung machen. Dabei sollte man wissen, dass das Aspetal nur recht langsam ansteigt und nur in den letzten beiden Stunden gewisse Schwierigkeiten bietet. Man kann auch den SNCF – Bus wählen, um den Weg entlang der N 134 zu vermeiden (viel Lastwagenverkehr).

 
            
Etappe: Ausgangspunkt - Ankunft
Zeit
km
Zus.
 
27
*
Morlaas - Lescar
5:00
20
659
 
28
***
Lescar - Oloron Sainte Marie
8:30
32
691
 
29
**
Oloron Sainte Marie - Bedous
7:30
30
721
 
30
***
Bedous - Col du Somport
8:15
30
782
 

i) vom Somportpass nach Puente-la-Reina.

Hinter dem Somport verlässt man die überbordende Vegetation des französischen Pyrenäenhanges und kommt in die trockene Landschaft auf der spanischen Seite. Ein leichter Abstieg am Rio Aragon entlang führt nach Jaca, einer Stadt mit einer freundlich warmen Atmosphäre, die es verdient, besichtigt zu werden. Der Camino folgt hinter Jaca dem Rio Aragon nach Westen. Nahe dem Stausee, der ‚Embalse de Yesa’, sind die Dörfer teilweise oder sogar ganz verlassen. Die Erosion hat zum Teil steinige Landschaften hinterlassen. Hinter der Sierra d'Izco folgt der Abstieg in das prächtige Sangüesa. Die beiden letzten Etappen sind duch unablässige Auf- und Abstiege bis nach Tiebas gekennzeichnet. Die Ankunft bei Sta-Maria-de Eunate gleicht einem Wunder, das die vollbrachte Anstrengung vergessen lässt.

 
            
Etappe: Ausgangspunkt - Ankunft
Zeit
km
Zus.
 
31
**
Col du Somport - Jaca
7:15
31
782
 
32
*
Jaca - Arres
6:15
25
807
Variante: Umweg über das herrliche Kloster San-Juan-de-la-Peña
33
**
Arres - Ruesta
7:15
28
835
 
34
**
Ruesta - Sangüesa
6:00
22
857
 
35
***
Sangüesa - Monreal
6:30
25
882
 
36
***
Monreal - Puente la Reina
7:45
31
913